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	<title>Daniel Niemann &#8211; Beeple</title>
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		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Frühjahrsputz</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-fruehjahrsputz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 06:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist mal wieder über mich gekommen. Auf meinem Brettspielwochenende Ende Februar habe ich zum zweiten Mal Thunder Road Vendetta gespielt und bin danach schwach geworden. Eigentlich wollte ich auch Magical Athlete direkt mit ordern, aber das ist derzeit ausverkauft. Ist aber wohl auch besser so, denn bereits für ersteres musste das Regal etwas umgeräumt&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_22130" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22130" class="wp-image-22130 size-thumbnail" src="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund-150x150.jpg" alt="Dominik Zöllner" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund-150x150.jpg 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund-300x300.jpg 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund.jpg 359w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-22130" class="wp-caption-text">Dominik Zöllner</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Es ist mal wieder über mich gekommen. Auf meinem Brettspielwochenende Ende Februar habe ich zum zweiten Mal <em>Thunder Road Vendetta</em> gespielt und bin danach schwach geworden. Eigentlich wollte ich auch <em>Magical Athlete</em> direkt mit ordern, aber das ist derzeit ausverkauft. Ist aber wohl auch besser so, denn bereits für ersteres musste das Regal etwas umgeräumt werden, damit es passt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und damit sind wir bei dem, was ich überhaupt meine: die Trennungssehnsucht. Während mir der Erwerb neuer Spiele durchaus Spaß macht, ist das beim Verkaufen genauso. Ein bis zweimal im Jahr überkommt es mich, und ich möchte Spiele loswerden. Denn ohne gibt es bei mir keine neuen. Wenn das Regal voll ist, ist kein Platz für neues. Bisher konnte ich das Konzept gut einhalten. Gleichzeitig ist mit jedem verkauften Titel auch ein kleines Befreiungsgefühl gekommen. Wie oft stehe ich vor dem Regal und denke mir, so viel, was mal wieder gespielt werden könnte und trotzdem wird es wieder das, was vor kurzem noch gespielt wurde. Zieht es aus, fühlt es sich gut an. Es bekommt woanders die Chance gespielt zu werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aber diesmal ist etwas anders. Durch den öffentlichen Spieletreff, den ich inzwischen organisiere, denke ich anders darüber nach, was ich mit den Spielen mache. Manche übergebe ich in die dortige Sammlung, wenn ich sie hierfür geeignet halte. Andere, besonders kleinere, lege ich an die Seite. Diese sollen im Rahmen eines Events verlost werden. Während es mich sonst freute, dass ich für die Spiele wen gefunden habe, konnte ich letztes Jahr erstmals erleben, wie sehr sich andere über kleine Gewinne gefreut haben. Das gibt mir noch mehr, und da verzichte ich auch gerne auf die paar Euro, die ich für solch ein Spiel erhalten könnte. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und noch etwas ist anders. Zum einen überlege ich erstmals zwei „Big Boxen“ zu verkaufen, obwohl ich die Spiele grandios finde. Aber sie werden überhaupt nicht mehr gespielt. Zum anderen habe ich ernsthaft überlegt, ein paar der Lacerdas zu veräußern. Dabei gilt hier das gleiche – und gleichzeitig finde ich meine fast vollständige Sammlung schön. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es ist auch gar nicht so, dass der Platz direkt wieder schnell gefüllt wird. Oftmals dauert es einige Monate, bis das Regal sich seiner Kapazitätsgrenze nähert. Bis dahin genieße ich das Gefühl, hier und dort ein paar Lücken zu haben. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie ich damit nun genau umgehe weiß ich nicht. Es ist wohl wie beim Frühjahrsputz im Haus. Zieht der eine Karton, der seit Jahren nur mit „brauchen wir bestimmt noch mal“ doch endlich aus? Bisher habe ich noch kein Spiel vermisst, das die Sammlung verlassen hat. Ich bin jedenfalls gespannt, wie Zukunfts-Dominik das lösen wird. </span></p>
<p style="text-align: right;"><em>– Dominik Zöllner, <a href="http://www.brettspielgalaxie.de" target="_blank" rel="noopener">www.brettspielgalaxie.de</a></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple Kolumne: Area Controlfaktor</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-area-controlfaktor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt diesen Moment auf jeder Spieleveranstaltung. Niemand spricht darüber. Das ändert sich jetzt. Er schleicht sich an. Man sitzt am Tisch, die eigenen Karten fest im Blick, versucht gerade, eine elegante Zugkombination auszutüfteln, als sich etwas in die Wahrnehmung schiebt. Ganz vorsichtig. Fast höflich. Zunächst ist man sich unsicher. Vielleicht Einbildung. Vielleicht ein offenes&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt diesen Moment auf jeder Spieleveranstaltung. Niemand spricht darüber. Das ändert sich jetzt.</p>
<p>Er schleicht sich an. Man sitzt am Tisch, die eigenen Karten fest im Blick, versucht gerade, eine elegante Zugkombination auszutüfteln, als sich etwas in die Wahrnehmung schiebt. Ganz vorsichtig. Fast höflich. Zunächst ist man sich unsicher. Vielleicht Einbildung. Vielleicht ein offenes Fenster, durch das ein olfaktorisch ambitionierter Windstoß hereingeweht wurde. Vielleicht ein bedauerlicher Einzelfall, wie ein falsch bedruckter Spielplan oder ein Würfel mit kreativer Auffassung von Wahrscheinlichkeit. Doch dann bleibt er. Der Moment, der alles verändert, der die ganze Spielerfahrung auf den Kopf stellt. Der uns deutlich an der Nase herumführt.</p>
<p>Zunächst bin ich mir nicht sicher. Ich denke: Das bilde ich mir nur ein. Dann denke ich: Vielleicht kommt es von Draußen. Dann: Hoffentlich kommt es von Draußen. Doch eigentlich weiß ich längst: Das hier ist kein Zufall. Das ist Teil der Erfahrung.</p>
<p>Ich erinnere mich lebhaft an meine erste Messe in Essen. Stundenlang war ich durch die Hallen gewandert, hatte Neuheiten bestaunt, an Tischen gesessen, Regeln gehört, wieder vergessen und so getan, als hätte ich sie verstanden. Es war warm, es war voll, und die Luft hatte eine gewisse … <em>Präsenz.</em> Nicht unangenehm im eigentlichen Sinne. Nur sehr bestimmt. Als hätte sie beschlossen, ebenfalls mitzuspielen.</p>
<p>Es ist erstaunlich, wie wenig darüber gesprochen wird. Wir analysieren Mechaniken bis ins kleinste Detail. Wir diskutieren Balancing-Probleme, kritisieren Symboliken, debattieren über die optimale Spielerzahl. Aber die atmosphärischen Begleiterscheinungen unserer Zusammenkünfte akzeptieren wir mit einer stoischen Gelassenheit, die bewundernswert ist. Wenn Hunderte und Tausende von Menschen zusammenkommen, vereint durch ihre Leidenschaft für Pappe und Holz, konzentriert in stickigen Hallen mit begrenzter Frischluftzufuhr, entsteht eine kooperative Erfahrung, bei der wir gemeinsam gegen den Sauerstoff spielen.</p>
<p>Und dann gibt es Mitspielende, die sich an den Tisch setzen und eine große olfaktorische Präsenz einnehmen. Air Control als Area Control. Ich rieche: Dieses Gebiet ist besetzt, die Mehrheiten sind eindeutig verteilt. Und Gerüche, die fast schon die philosophische Frage aufwerfen: Was bin ich bereit, am Spieltisch zu akzeptieren? Wie weit gehe ich und ab wann gebe ich mich geschlagen?</p>
<h3>Gemeinsam gegen den Sauerstoff</h3>
<p>Vielleicht liegt es daran, dass Brettspiele ein Hobby des Geistes sind. Wir verwalten Ressourcen, optimieren Motoren und planen Züge fünf Runden im Voraus. Unser Gehirn arbeitet auf Hochtouren, während der Rest von uns in einer Art Standby-Modus verharrt. Da Körper, Geist und Seele optimal im Einklang funktionieren, wissen wir: Wenn der Geist auf Hochtouren läuft und wir wertvolle Zeit mit anderen Menschen verbringen, geht die Seele auf. Und was die Seele wärmt, wärmt auch den Körper.</p>
<p>Hinzu kommt die bemerkenswerte Sitzdauer unseres Hobbys. Während Arbeiter unermüdlich über Spielpläne wandern, bleiben ihre Besitzer erstaunlich unbeweglich. Stunden vergehen, ohne dass jemand aufsteht. Die einzige Bewegung besteht darin, nach Snacks zu greifen oder resigniert die Hände vors Gesicht zu schlagen, nachdem jemand anderes genau den Zug gemacht hat, den man selbst geplant hatte.</p>
<p>Das Erstaunliche ist jedoch, wie schnell man sich daran gewöhnt. Nach einer Weile registriert man es kaum noch. Das Gehirn passt sich an. Es erklärt den Mief zur neuen Normalität. Was zunächst irritierend war, wird Teil der Immersion. Eine unsichtbare Erweiterung, die automatisch mitgeliefert wird. Spätestens, wenn meine Partnerin an langen Spieltagen in unserem Esszimmer kurz vorbeikommt, um der Runde „Hallo“ zusagen, zunächst aber liebevoll naserümpfend das Fenster aufreißt „um mal kurz Luft reinzulassen“, realisiere ich, dass auch ich kein körperloses Wesen bin.</p>
<p>In vielen Dingen sind wir Spieler:innen außerordentlich sorgfältig. Wir schützen unsere Karten mit Sleeves, als wären sie zerbrechliche Artefakte. Wir investieren in Inserts, um Ordnung zu schaffen. Wir lagern Spiele bei optimalen Bedingungen, fern von Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung. Wir kümmern uns leidenschaftlich um unsere Sammlungen. Wie schön wäre es, wenn wir uns die gleiche liebevolle Sorgfalt angedeihen lassen wie unseren Spielen.</p>
<p>Dabei ist die Erklärung einfach. Brettspiele sind immersive Erlebnisse. Sie ziehen uns hinein in andere Welten, andere Rollen, andere Probleme. Für ein paar Stunden sind wir nicht mehr Menschen, die an einem Tisch sitzen. Wir sind Architektinnen, Handelsfürsten, Raumfahrerinnen oder mittelalterliche Landbesitzer. Die physische Realität tritt in den Hintergrund.</p>
<p>Und vielleicht ist genau das ein Zeichen dafür, wie gut dieses Hobby funktioniert. Es lässt uns alles andere vergessen. Sogar uns selbst. Dennoch wäre es vielleicht keine schlechte Idee, eine kleine Regelergänzung vorzuschlagen. Keine komplexe Mechanik, keine tiefgreifende Systemänderung. Nur ein kurzer Hinweis im Aufbau:<br />
• Spiel vorbereiten.<br />
• Komponenten auslegen.<br />
• Und vielleicht kurz duschen. Oder Deo. Oder so.<br />
Nicht zwingend erforderlich. Aber definitiv eine Verbesserung der Spielerfahrung.</p>
<p style="text-align: right;"><em>– Frederik Malsy, <a href="https://www.boardcast-brettspielpodcast.de" target="_blank" rel="noopener">www.boardcast-brettspielpodcast.de</a></em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Spielregel-Fatigue</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-spielregel-fatigue/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 07:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Spielregel-Fatigue: wie gehe ich damit als Rezensent um?  Letztens erst habe ich mir vorgenommen, endlich wieder mehr über Spiele zu schreiben, die ich gespielt habe. Die Videos und Podcasts von Cliquenabend nehmen einige Zeit in Anspruch, und zudem lassen sich Newsartikel über Neuheiten, Events oder Preisvergaben leichter und schneller schreiben als Rezensionen. Dennoch: der gute&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><b>Spielregel-Fatigue: wie gehe ich damit als Rezensent um? </b></h2>
<div id="attachment_16040" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16040" class="wp-image-16040 size-thumbnail" src="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2021/03/Mathias_Profil_600px-150x150.jpg" alt="Mathias - Cliquenabend" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2021/03/Mathias_Profil_600px-150x150.jpg 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2021/03/Mathias_Profil_600px-300x300.jpg 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2021/03/Mathias_Profil_600px.jpg 600w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-16040" class="wp-caption-text">Mathias Rekasch</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Letztens erst habe ich mir vorgenommen, endlich wieder mehr über Spiele zu schreiben, die ich gespielt habe. Die Videos und Podcasts von Cliquenabend nehmen einige Zeit in Anspruch, und zudem lassen sich Newsartikel über Neuheiten, Events oder Preisvergaben leichter und schneller schreiben als Rezensionen. Dennoch: der gute Vorsatz ist da. Und die Seite soll ja keine reinen News- und Messe-Video-Portal sein, sondern – wie in den Podcasts auch häufiger zu hören und auch in Videos mit Ersteindrücken zu sehen – von unseren Erlebnissen mit Spielen berichten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Schon seit dem letzten Herbst werde ich aber immer häufiger mit einem anderen „Problem“ konfrontiert, das ich als <em>Spielregel-Fatigue</em> bezeichnen würde. Vor allem in der Familie, aber auch im Bekanntenkreis hissen viele meiner Lieblings-Mitspielenden immer häufiger mal die weiße Fahne. Natürlich möchte ich als Rezensent Spiele auch häufig genug spielen, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können. Dies natürlich auch mit unterschiedlichen Anzahlen an Spielenden und mit verschiedenen Personen. Allerdings kommen viele Spiele in einem Jahrgang heraus, und auch wenn ich mir die für mich interessanteren heraussuchen kann, sind dies für Außenstehende eine Unmenge an neuen Regeln, Komponenten und dergleichen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und so höre ich dann regelmäßig Sätze wie „Bitte keine neuen Spiele heute“, „Lass uns doch lieber wieder Spiel XYZ spielen, denn da kennen wir die Regeln“, „Was macht es denn anders als mein Lieblingsspiel?“ Denn wenn man bei Spielen wie Love Letter, Carcassone, 6 nimmt, Istanbul oder dergleichen bleibt, geht es schneller, da alle wissen, was sie zu tun haben. Da ist der Konter, dass man das neue Spiel doch in den kommenden Wochen auch regelmäßig spielen wird, meist nur ein schwacher Trost – wenn es dann beim ersten Mal nicht gefällt, ist die Akzeptanz noch unwahrscheinlicher. </span></p>
<h4><span style="font-weight: 400;">Die Zeit ist kostbar</span></h4>
<p><span style="font-weight: 400;">Und ich kann es auch ein wenig verstehen. Vor allem unter der Woche ist die Zeit abends kostbar und diese dann noch mit dem Erlernen neuer Regeln zu verbringen nicht immer eine Lieblingsbeschäftigung. Nun nehme ich das Erarbeiten dieser meinen Mitspielenden ja quasi jedes Mal ab, doch Zuhören und das Erklärte aufnehmen und umsetzen müssen sie ja dennoch jedes Mal. Und am Wochenende stehen Handballspiele des Sohnes an oder man will was lesen, schauen, muss einkaufen oder ist anderweitig unterwegs. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bleiben dann öffentliche Spieletreffs. Sind dort Vielspielende, kommen diese natürlich auch mit ihren eigenen Spielen, die sie viel zu selten spielen. Die Akzeptanz für neue Spiele ist da ungleich höher als im Familien- und Freundeskreis, doch wie regelmäßig bekomme ich da zeitnah die zu behandelnden Spiele auf den Tisch, wenn das Treffen nur einmal im Monat stattfindet? Und so viele verschiedene gibt es dann auch nicht. Nein, da wäre die Familie dann schon wichtig. Und oft gibt sie ja auch nach, da man mir eine Freude machen will – und grundsätzlich ist das Spielen miteinander ja auch schön &#8211; da man sich dabei unterhalten kann, man lacht, sich gegenseitig etwas ärgert, Erfolge feiert und Misserfolge belächelt. Doch wird es irgendwann komplett zu viel? Ich hoffe es nicht, doch man wird sehen … </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und mich wird bald wieder häufiger auf Cliquenabend zu Spielen lesen und nicht nur hören und sehen können – versprochen. Ich freue mich drauf und muss mir nur noch die Zeit nehmen zu schreiben, wenn ich nicht spiele.</span></p>
<p style="text-align: right;"><em>– Mathias Rekasch, <a href="http://www.cliquenabend.de" target="_blank" rel="noopener">www.cliquenabend.de</a></em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Ein Geschenk für Regelleser</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-ein-geschenk-fuer-regelleser/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Dec 2025 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Letztens war Weihnachten – falls ihr es nicht mitbekommen haben solltet. Passend zur Jahreszeit habe ich öfter ein kleines Kartenspiel namens Kado gespielt (eine Anlehnung an das französische cadeau = Geschenk; erschienen bei Strohmann Games). In diesem Spiel beschenken wir uns gegenseitig mehr oder weniger großzügig, um am Ende ein 4×3-Tableau möglichst punktreich auszulegen. Heute&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Letztens war Weihnachten – falls ihr es nicht mitbekommen haben solltet. Passend zur Jahreszeit habe ich öfter ein kleines Kartenspiel namens </span><i><span style="font-weight: 400;">Kado</span></i><span style="font-weight: 400;"> gespielt (eine Anlehnung an das französische </span><i><span style="font-weight: 400;">cadeau</span></i><span style="font-weight: 400;"> = Geschenk; erschienen bei Strohmann Games). In diesem Spiel beschenken wir uns gegenseitig mehr oder weniger großzügig, um am Ende ein 4×3-Tableau möglichst punktreich auszulegen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Heute soll es jedoch weniger um </span><i><span style="font-weight: 400;">Kado</span></i><span style="font-weight: 400;"> selbst gehen, sondern um einen Aspekt in der Anleitung, den ich als echtes Geschenk an die Lesenden empfunden habe. Denn genau dieses Detail vermisse ich in vielen Regelheften. Hier der entscheidende Auszug: </span><em>„Bevor ihr beginnt, lasst uns zuerst über die Wertung sprechen. Das hilft euch zu entscheiden, wo ihr welches Geschenk hinlegt.“</em></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dieser kleine Absatz gleich zu Beginn der Regel hat in mir innerlich ein Halleluja ausgelöst. Ich lese viele Spielregeln und erkläre seit Jahren ständig welche – und dabei habe ich zwei Dinge gelernt. Nein, eigentlich drei, aber um Nummer drei soll es uns heute nicht wirklich gehen:</span></p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1">Sag den Leuten gleich zu Beginn, was das Spielziel ist.</li>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1">Wenn es um Siegpunkte geht, erkläre von Anfang an grob, wofür es Punkte gibt.</li>
<li style="font-weight: 400;" aria-level="1">Sorge dafür, dass vor der Erklärung alle Becher gefüllt, alle Snackschüsseln bereitstehen und alle Blasen entleert sind, damit verdammt noch mal alle ein paar Minuten sitzen bleiben.</li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Die ersten beiden Punkte schaffen sofort Transparenz: Die Spieler*innen wissen, warum die folgenden Aktionen und Regeln relevant sind. Ein Beispiel:</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wenn ich jemandem </span><i><span style="font-weight: 400;">Cascadia</span></i><span style="font-weight: 400;"> (KOSMOS) erkläre, baue ich zuerst eine typische Endlandschaft aus Sechseckfeldern auf und lege die entsprechenden Tiermarker dazu. Dann sage ich: „So ungefähr sieht das aus, was ihr hier erschafft. Punkte gibt es für Tiere auf diese Weise und für Landschaften auf jene Weise.“ Erst </span><i><span style="font-weight: 400;">danach</span></i><span style="font-weight: 400;"> erkläre ich, wie man zu den Plättchen kommt, die Legeregeln und wie die Naturmarker funktionieren. So verstehen alle schon, warum bestimmte Plättchen oder Tiere überhaupt interessant sind.</span></p>
<h3>Schema F</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Bei einfachen Spielen funktioniert auch der klassische Ablauf – erst Aktionen, dann Wertung – noch halbwegs, weil man sich nicht so viel merken muss. Aber je komplexer ein Spiel wird, desto wichtiger ist es, dass man bereits während der oft umfangreichen Aktions- und Nebenaktions-Erklärungen eine Vorstellung davon hat, wozu das alles dient. Nehmen wir </span><i><span style="font-weight: 400;">Terra Mystica</span></i><span style="font-weight: 400;"> als Gegenbeispiel: Wenn man hier zu Beginn nicht erklärt, dass man sich mit Gebäuden ausbreitet, wofür es in den Rundenwertungen Punkte gibt und welche große Abschlusswertung am Ende steht, dann ist es nahezu Folter, sich erst durch die Erklärung der zig möglichen Aktionen kämpfen zu müssen, ohne eine Ahnung dafür zu haben, wozu das alles gut ist.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dieses Prinzip ist übrigens nichts Neues und nicht auf Brettspiele beschränkt. In vielen didaktischen Modellen wird empfohlen, Lernenden gleich am Anfang klarzumachen, welches Ziel oder Endprodukt angestrebt wird und wie es später bewertet wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Übertragen auf die „Brettspieldidaktik“ habe ich mit diesem Ansatz durchweg hervorragende Erfahrungen gemacht. Für mich ist es – mit ganz wenigen Ausnahmen – das Schema F beim Vermitteln neuer Spiele. Umso mehr wundert es mich, dass die meisten Spielanleitungen immer noch andersherum vorgehen: Das Spielziel wird zwar gerne schon am Anfang erklärt, vielleicht auch der Spielablauf – aber die Wertung landet dann doch wieder ganz am Ende des Heftes.</span></p>
<p><i><span style="font-weight: 400;">Kado</span></i><span style="font-weight: 400;"> zeigt, dass es besser geht. Und es funktioniert wunderbar!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wenn ich mir also etwas vom Weihnachtsmeeple wünschen darf: Bitte nächstes Jahr mehr solcher Anleitungen. Ich war auch ganz brav dieses Jahr. Ehrlich.</span></p>
<p style="text-align: right;"><em>– Fabian Ehrmantraut, <a href="https://www.bretterlatethannever.de" target="_blank" rel="noopener">Bretter Late Than Never</a></em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Von Spielzügen und Suppenkellen</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-von-spielzuegen-und-suppenkellen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 07:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Spielzügen und Suppenkellen – wie man die Demokratie spielerisch schmackhaft macht. Ich fange diese Kolumne gleich mal mit einem unpopulären Downer an: Die Demokratie ist in Gefahr. Und das immer wieder. Denn Obacht: Demokratie ist keine Option, die einfach so da ist, keine natürliche Tatsache. Demokratie muss gelebt, gelehrt und gefördert sowie von den&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="font-weight: 400;">Von Spielzügen und Suppenkellen – wie man die Demokratie spielerisch schmackhaft macht.</span></h3>
<div id="attachment_22741" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22741" class="wp-image-22741 size-thumbnail" src="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/JaiDie-rund-150x150.jpg" alt="Jan-Dirk Steffens" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/JaiDie-rund-150x150.jpg 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/JaiDie-rund-300x300.jpg 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/JaiDie-rund.jpg 600w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-22741" class="wp-caption-text">Jan-Dirk Steffens</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich fange diese Kolumne gleich mal mit einem unpopulären Downer an: Die Demokratie ist in Gefahr. Und das immer wieder. Denn Obacht: Demokratie ist keine Option, die einfach so da ist, keine natürliche Tatsache. Demokratie muss gelebt, gelehrt und gefördert sowie von den jeweiligen Generationen immer wieder neu errungen werden. In Haltung und Sprache. In öffentlichen Diskursen. Und schließlich auch am heimischen Spieltisch. Doch wie genau sollen uns die bunten Schachteln, bedruckte Pappe und Holzklötzchen helfen, die Ausgestaltung der Demokratie zu leben und zu üben? Hier sind einige Gedanken zum Gelingen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Spieltrieb. Ein Motor, der unsere Entwicklung zum Homo sapiens erst so richtig ermöglichte. Schon Huizinga setzte in seinem anthropologischen Erklärungsmodell das Spiel in das Zentrum des menschlichen Seins. Das ist nun sehr kurz gefasst, aber ausgehend von diesem Kerngedanken schauen wir uns mal an, wie unser liebstes Hobby die Demokratie fördern, ja sogar beflügeln kann. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zunächst gilt es zu schauen, welche Kompetenzen wir denn brauchen, damit uns das köstliche Gericht der Demokratie gelingt – und hiermit willkommen im Beeple-Kochstudio. Man nehme ein großes Stück Sozialkompetenz, teile dies in Konfliktmanagement, Selbstwirksamkeit und Kooperations- sowie Kommunikationsfähigkeit. Da sich demokratische Systeme stets durch Gleichachtung und Wertschätzung auszeichnen, schmecken wir diesen Brocken noch mit Toleranz und Gleichheit ab. Denn: Am Spieltisch sind, je nach gewähltem Spiel, alle Spieler*innen gleich. Spielen ist auch immer ein In-Kontakt-bleiben, eine Interaktion, in der es gilt, den bitteren Beigeschmack der Frustration auszuhalten, ja, gar auch mal zu unterliegen. </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Wie gehen wir mit Niederlagen um?</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Und hier kommen wir zu einer Geheimzutat, die das Spielen und etwaige zunächst negativ konnotierte Themenbereiche entkräften kann. Stichwort: Fehlerkultur. Wie gehen wir mit unseren Niederlagen um? Gehen wir in die Emotion und verlieren uns in heillosem Durcheinander? Das macht das Gericht sauer, das wollen wir nicht. Oder ist jemand anderes schuld an der persönlichen spielerischen Schlappe? Wohl kaum, denn auch Schuldzuweisungen verderben das Gericht. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Viel spannender (und zuweilen konstruktiver) kann hier eine Analyse sein, ein „Was wäre, wenn …“. Eine gemeinsame Evaluierung der Spielzüge in einer harmonischen Melange eines Wir-Gefühls, das am Spieltisch entsteht. Eine Immersion der Zusammengehörigkeit, die unser soziales Wesen auf mehreren Ebenen anspricht. Und nicht zuletzt auch die Tatsache, einfach einen schönen Abend mit netten Menschen verbracht zu haben. Und das Spiel spricht dabei sämtliche Bereiche an: Ich bin selbstwirksam, wenn ich eigene Entscheidungen im Spiel treffen kann. Ich kommuniziere mit meinen Mitmenschen auf verschiedenste Art und Weise. Das Spektrum geht hier vom (un-)sinnigsten Trashtalk bis hin zu höchst anspruchsvollen Regeldiskussionen. Das schmeckt nicht nur dem Sozialwesen, sondern auch der Frucht der Personalkompetenz. Was da für Hormone ausgeschüttet werden – je nachdem, ob man gewinnt oder verliert: Adrenalin (beim Nervenkitzel und Mitfiebern), Dopamin und/oder Serotonin (beim Gewinnen oder anderen positiven Ereignissen) sorgen nicht nur für eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Serotonin wirkt auch entspannend und motivierend. Und das alles im geschützten Rahmen des Spiels. Das alles in einer Runde, in der Einigkeit herrscht über das, was auf dem Tisch passiert. Und so manches Mal, wenn einem eine Regel nicht schmeckt, wird gemeinsam eine Hausregel entworfen. Ganz partizipativ. Miteinander. Um den Spielspaß zu erhalten. Das alles ist Demokratie, das alles sind Kompetenzen, die „mal eben so“ an den Spieltischen dieser Welt gefördert und gefordert werden. </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Geschichte verstehen</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Und dann gibt es noch diese Spiele, die Sachkompetenzen vermitteln. Spiele wie Dindex, Weimar oder Friedrich Ebert, die ihren Fokus auf historische Ereignisse und/oder demokratische Prozesse und die Förderung politisch-analytischer Kompetenzen legen. Die klar aufzeigen, was passieren kann. Was bereits passiert ist. Und was wir dafür/dagegen tun können. Somit lernen wir. Wieder. In einem geschützten Rahmen. Wir nehmen Positionen ein, um zu verstehen, wir agieren anders, als wir es im Alltag tun würden. Um zu verstehen. Und all dies wieder – in einem geschützten Rahmen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Das Spiel gilt zurecht als immaterielles Kulturerbe, schafft es doch unter anderem, die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen zu verbinden. Und nicht zuletzt, und damit kommen wir langsam zur Quintessenz dieser Kolumne, ist da, wo Menschen spielen, ein (zumeist) friedliches Miteinander. Unsere Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Darum ist es wichtig, diese bunten Schachteln mit dem bedruckten Papier und den Holzklötzchen auch weiterhin zur Förderung demokratischer Prozesse zu nutzen. Dann schmeckt auch die Zukunft. Wieder. Guten Appetit. </span></p>
<p style="text-align: right;"><em>– Jan-Dirk Steffens, <a href="https://allesaussertoplisten.de" target="_blank" rel="noopener">Alles außer Toplisten</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Parallelwelt Essen</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-parallelwelt-essen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<div id="attachment_22757" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22757" class="wp-image-22757 size-thumbnail" src="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/Stephan_Zerlik-rund-150x150.jpg" alt="Stephan Zerlik" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/Stephan_Zerlik-rund-150x150.jpg 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/Stephan_Zerlik-rund-300x300.jpg 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/Stephan_Zerlik-rund-768x768.jpg 768w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2025/07/Stephan_Zerlik-rund.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-22757" class="wp-caption-text">Stephan Zerlik</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Letztens war ich unterwegs. Das Ziel: die Weltstadt Essen! Ende Oktober ist Essen <em>the place to be!</em> 220.000 Besucher strömten dort zur großen Leitmesse – zur Huldigung des Brettspiels – zur Jagd nach seltenen Schätzen. Zur SPIEL 2025.</span><span id="more-23313"></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Liebe Leser*innen, ihr wart mit ziemlicher Sicherheit selbst auf der Messe oder zumindest in einem der vergangenen Jahre. Was könnte ich euch also noch berichten? Natürlich schwimme ich im Strom der Masse – aber eben auch nicht ganz. Als Content Creator für Podcast und YouTube-Kanal sowie als Autor und Layouter der spielbox verschiebt sich mein Fokus etwas.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Dienstag – T minus 2 Tage</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der erste Messetag ist klassischerweise ein Donnerstag. Doch für mich beginnt die Parallelwelt SPIEL bereits am Dienstag – mit einem Interview der Messeleitung. In die Hallen geht es zu diesem Zeitpunkt nicht: Während des Aufbaus gilt das Gelände als Baustelle. </span><span style="font-weight: 400;">Nach rund zwei Stunden Videoproduktion samt Veröffentlichung werde ich also wieder zurück in die Realität geschickt – und treffe Freunde im Ruhrgebiet. Die Ruhe vor dem Sturm.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Mittwoch – T minus 1 Tag</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Heute stehen die Pressekonferenz und die Neuheitenschau für Pressevertreter an. In unserer Szene – der Brettspielszene – machen hobbybasierte Blogs wie meine eigenen den Großteil des Fachjournalismus aus. Wir sind also das Sprachrohr zu den Spieler*innen, zur Basis!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Große Medien wie Rundfunk und auflagestarke Printprodukte tragen an diesem Pressetag die Kunde des Brettspiels in die Welt hinaus und versuchen, Wenig- und Nichtspieler mit dem (für sie exotischen) Hobby „Brettspiele spielen“ in Kontakt zu bringen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Mein Fokus liegt an diesem Tag – wie bei den meisten – neben der aktuellen Berichterstattung – auf dem Wiedersehen. Mehrere Hundert Personen tummeln sich im gut vernetzten Content-Creator-Bereich. Man freut sich über jedes Wiedersehen, oft das erste seit einem Jahr. </span><span style="font-weight: 400;">Gespräche über die Spieleszene, aber auch über Persönliches, bestimmen diesen Tag.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Spiele sind zwar da – sie stehen aber noch nicht im Mittelpunkt. Denn, wie wir alle wissen: Ohne Mitspieler kann in der Regel kein Spiel bestehen. Ohne Mitspieler gibt es kein Spielerlebnis. Erst durch sie erleben wir Mechaniken, Themen und Grafiken – erst sie verwandeln die Theorie in Realität.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Einen großen Teil der Menschen, mit denen ich diese Erlebnisse teile, treffe ich an diesem Neuheiten-Mittwoch.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Donnerstag – T minus 0 Tage</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die SPIEL öffnet ihre Pforten. All die Mühen, um in das Innere der Messehallen zu gelangen, die Messebesucher erleben, treffen auch die Medienschaffenden: Verkehrschaos, Regen, Warteschlangen am Einlass. Zugegeben – die Fachpresse darf die Messe über gesonderte Eingänge rund 30 Minuten früher betreten. Dieser „Vorteil“ ist allerdings nötig, um pünktlich zum ersten Termin zu erscheinen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Jetzt geht es um Spiele, Spiele, Spiele. Gemeinsam mit meiner Videoteam-Partnerin treffe ich mich mit Verlagsvertretern – von Pressesprechern großer Player bis hin zu Einzelkämpfern kleiner Verlage. </span><span style="font-weight: 400;">Mir werden Neuheiten präsentiert, ich erfahre in Interviews und Gesprächen Neuigkeiten aus der Szene – oder oft beides.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es gibt auch exklusive Verlags-Events, bei denen man abseits des Messetrubels etwas Luft holen, Autor*innen treffen und spannende Einblicke hinter die Kulissen gewinnen kann.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Donnerstag endet meist – wie auch in diesem Jahr – mit einer Standparty. „Party“ ist dabei ein starkes Wort: Vielmehr kommt man mit den Menschen, die man ohnehin den ganzen Tag gesehen hat, noch einmal zusammen, führt Gespräche, die über Smalltalk hinausgehen, und findet bei einer nicht übermäßig glamourösen Mahlzeit den dringend nötigen Energieausgleich.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Freitag bis Sonntag</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch am Freitag gibt es Termine, Gespräche, Neuheiten. Doch die Rate zufälliger Begegnungen mit denselben lieben Menschen aus der Bubble wird spürbar geringer. Erste Geheimtipps machen die Runde – Spiele, die man sich nun gezielt anschaut. Der Faktor der Berichterstattung tritt allmählich in den Hintergrund. </span><span style="font-weight: 400;">Immer stärker nähern sich die Realitäten von Medienschaffenden und Besucher*innen an.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Laufe des Samstags habe ich bereits über ein Dutzend Videos produziert. Inhalte müssen sortiert werden. Zufallsbegegnungen werden nun forciert – man versucht gezielt, bestimmte Menschen für eine Nachfrage oder ein kurzes Interview zu erwischen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Hammer fällt am Sonntag – dieses Jahr nicht erst zum Messeschluss, sondern schon zwei Stunden vorher. Es bleibt das Gefühl, dass man von den Messehallen gar nicht so viel gesehen hat. Aber die Menschen bleiben im Kopf.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Brettspielszene ist herzlich. Das „Du“ in der Szene ist nicht nur Floskel, sondern gelebte Realität. </span><span style="font-weight: 400;">Spiele machen Spaß – doch nach jeder Messe merke ich erneut: Es geht nicht nur um die Spiele. Es geht um die Menschen, die sie möglich machen. </span><span style="font-weight: 400;">Darum, denen, die nicht auf der Messe sein konnten, Erlebnisse greifbar zu machen. </span><span style="font-weight: 400;">Darum, die richtigen Spiele ans Herz zu legen, an Herausforderungen zu wachsen – und am Spieletisch jede*n mitzunehmen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aber auch darum, Neulinge einzuladen und nach der Messe die frohe Botschaft zu verkünden: </span><span style="font-weight: 400;">Ja – die Menschen sammeln sich am Spieltisch! Der Mensch spielt gerne! </span><span style="font-weight: 400;">Denn: Beim Spiel sind wir alle gleich.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Viel Spaß beim Spielen!</span></p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-weight: 400;">– Stephan Zerlik, <a href="http://spiel-doch-mal.com" target="_blank" rel="noopener">spiel-doch-mal.com</a> / <a href="https://spielkulturerbe.buzzsprout.com" target="_blank" rel="noopener">Podcast Spielkulturerbe</a> / Autor &amp; Layout <a href="https://www.spielbox.de" target="_blank" rel="noopener">spielbox</a></span></em></p>
<p><br style="font-weight: 400;" /><br style="font-weight: 400;" /></p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Und es hat Zoom gemacht!</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-und-es-hat-zoom-gemacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 06:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Und es hat Zoom gemacht! Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer und in NRW stehen im Oktober die Herbstferien an. Noch sind mir die egal, da bei uns erst die KiTa angesagt ist, aber dennoch sind für uns Spielende die NRW-Ferien interessant. Denn nichts weniger als unsere allseits geliebte SPIEL&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_22130" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-22130" class="wp-image-22130 size-thumbnail" src="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund-150x150.jpg" alt="Dominik Zöllner" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund-150x150.jpg 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund-300x300.jpg 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/12/Dominik-Zoellner_rund.jpg 359w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-22130" class="wp-caption-text">Dominik Zöllner</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Und es hat Zoom gemacht!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer und in NRW stehen im Oktober die Herbstferien an. Noch sind mir die egal, da bei uns erst die KiTa angesagt ist, aber dennoch sind für uns Spielende die NRW-Ferien interessant. Denn nichts weniger als unsere allseits geliebte SPIEL findet in diesem Zeitraum statt. So steigt ganz langsam überall die Vorfreude; die ersten Listen erscheinen, die BGG-Preview möchte gepflegt werden (zumindest mache ich es), wir von Beeple haben unser Messeradio gestartet, und die Verlage sind schon voll dabei, ihre Neuheiten der Presse auf diversen Veranstaltungen vorzustellen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Eine oder der Andere sind zudem dabei, Platz für neues zu schaffen, was man an den vermehrten Verkaufsangeboten auf diversen Plattformen merkt. Hier musste ich leider in den letzten Monaten feststellen, dass hier wohl eine merkliche Sättigung herrscht, da ich nur sehr müßig etwas verkauft bekomme. Aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu diesem.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Plötzlich komm das, was man nie gebrauchen, kann dazwischen. Ausgerechnet jetzt, wo wir die Tage bis zum 22. bzw. 23. Oktober abzählen, eine Strichliste führen oder wie auch immer. Du wirst krank. Ich rede hier jetzt nicht von einer nervigen Erkältung, sondern so richtig. Das, was dich richtig raushaut. Der OP-Termin für dein Knie, auf das du schon ewig wartest, wird plötzlich auf kurz vor die Messe verschoben. Deine sich lange zurückhaltende Erkrankung meint genau jetzt wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten zu müssen – oder was auch immer. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es gibt leider zu viele von diesen Dingen, die dazwischengeraten können. Und dann? Tja, hoffen und bangen, dass es doch gut ausgeht. Ich wünsche daher allen, die derzeit dieses Schicksal trifft, alles Gute und eine schnelle Genesung! Mögen wir uns in Essen gesund und munter sehen. Aber natürlich gelten die Wünsche auch für alle anderen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aber wie komme ich jetzt überhaupt auf dieses Thema? Ohne was Genaues zu sagen beschreibe ich es mal so: Innerhalb von weniger Tagen bzw. keinen zwei Wochen sind in meinem Bekanntenkreis mehrere Personen leider hiervon betroffen gewesen. Alles Leute aus unserem Hobby, die schon voller Vorfreude sind, und dann hörst du sowas. Das hat mich dann doch zum Grübeln gebracht. Aber auch wieder einmal dazu mich zu erden, dass nichts selbstverständlich ist und ganz schnell anders sein kann. Aber jetzt nicht im Trübsal versinken, sondern zurück an den Spieltisch!</span></p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-weight: 400;">Dominik Zöllner, <a href="http://www.brettspielgalaxie.de" target="_blank" rel="noopener">www.brettspielgalaxie.de</a></span></em></p>
<p><br style="font-weight: 400;" /><br style="font-weight: 400;" /></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Ist der Spieltisch politikfreier Raum?</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-ist-der-spieltisch-politikfreier-raum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2025 06:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[„nichtmal beim Brettspiele spielen hat man vor eurer Agenda Ruhe. Wahre Vielfalt und Toleranz hatten wir all die Jahre – die geht jetzt durch die vertückte lgbtqia+ Community verloren“ „Klar kannst du privat noch so politisch sein – aber es hat bei Brettspielen nichts zu suchen – dann geh in die Politik“ „Ja wir machen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„nichtmal beim Brettspiele spielen hat man vor eurer Agenda Ruhe. Wahre Vielfalt und Toleranz hatten wir all die Jahre – die geht jetzt durch die vertückte lgbtqia+ Community verloren“</p>
<p>„Klar kannst du privat noch so politisch sein – aber es hat bei Brettspielen nichts zu suchen – dann geh in die Politik“</p>
<p>„Ja wir machen halt euren bunten Regenbogen Scheiß nicht mit. Hat nicht zu bedeuten dass wir jmd mit solchen ansichten am Tisch nicht sitzen lassen – wir würgen es nicht jedem rein- das ist wahre Toleranz. Stell dir vor, wir haben am Tisch auch mal Ausländer zu sitzen, auch wenn es selten ist weil sie eh kein Deutsch bei uns hier können.“<br />
<em>(Fehler im Original)</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_21462" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-21462" class="wp-image-21462 size-thumbnail" src="https://beeple.de/wp-content/uploads/2024/07/Alexandra_K_rund-150x150.jpg" alt="Alexandra Kemmerer" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/07/Alexandra_K_rund-150x150.jpg 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/07/Alexandra_K_rund-300x300.jpg 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2024/07/Alexandra_K_rund.jpg 641w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-21462" class="wp-caption-text">Alexandra Kemmerer</p></div>
<p>Diese und weitere Nachrichten erreichten mich vor Kurzem per Instagram vom Account eines lokalen Spielevereins in Neu-Brandenburg. Anlass war eine Story meinerseits, in der es um ein Fest für Vielfalt ging, dessen Besucher:innen von Vermummten attackiert worden waren. Solche Aussagen sind keine Ausrutscher – sie spiegeln ein Missverständnis wider über das, was Spielen (nicht) ist. Deshalb will ich heute über eine Frage reden, die mich seitdem umtreibt: <strong>Ist Spielen politikfreier Raum?</strong></p>
<p>Politik im weiten Sinne meint die Gestaltung, Aushandlung und Regelung unseres Zusammenlebens. Das umfasst Machtverhältnisse, Durchsetzen von Zielen, Ressourcenverteilung, soziale Teilhabe, Normen und Werte. Bekanntermaßen ist Politik Thema einiger Spielen: So führt beispielsweise <em>Weimar</em> uns an die Geschichte der Weimarer Republik heran, <em>The King’s Dilemma</em> dreht sich um die Konsequenzen politischer Entscheidungen und <em>Puerto Rico 1897</em> nimmt im Gegensatz zu seinem Vorgänger ganz bewusst die Sicht puerto-ricanischer Landwirte ein. Wer diese Titel spielt, lernt mitunter mehr über Weltbilder als über Mechaniken. Doch Politik ist im Spiel viel tiefer verwurzelt als „nur“ thematisch. <strong>Für mich findet Politik überall dort statt, wo Regeln gemacht, Rollen verteilt und Interessen verhandelt werden – also auch am Spieltisch.</strong> Spielen ist schließlich nicht nur Zeitvertreib, sondern soziales Handeln: Wer mit wem spielt, welche Regeln akzeptiert werden, wie miteinander gesprochen wird, welche Rollen eingenommen werden und wer überhaupt Zugang zu Spielen oder Spieleveranstaltungen hat – das ist alles zutiefst politisch. Vielleicht nicht im parteipolitischen Sinne, aber im gesellschaftlichen Sinne definitiv.</p>
<h3>Der Spaß am Spielen entsteht in Beziehung</h3>
<p>„Aber Spielen soll doch einfach Spaß machen?“, denkt ihr jetzt vielleicht. Ja, natürlich. Aber Spaß entsteht nicht im Vakuum. Der Spaß am Spielen entsteht in Beziehung – zu den Menschen am Tisch, zur Geschichte im Spiel, zu dem, was wir darin erleben dürfen. Auf der Website der UNESCO, die „Brettspiele spielen“ kürzlich als immaterielles Kulturerbe anerkannt hat, heißt es: „Durch das gemeinsame Spielen entsteht eine integrative und generationenübergreifende Praxis, die Menschen miteinander verbindet, unabhängig von sozialen oder kulturellen Unterschieden.“ Wenn wir das ernst nehmen, dann gehört auch dazu, über unsere Spielwelten zu sprechen: Wer darf darin vorkommen? Wer wird nie gesehen? Wer fühlt sich ausgeschlossen? Welche Stimmen, Perspektiven, Körper oder Lebensrealitäten tauchen in unseren Spielwelten und am Spieltisch auf – und welche fehlen systematisch?</p>
<p>Das Ganze ist dementsprechend auch eine Frage dessen, mit wem wir bereit sind, zu spielen. Ich will es ganz klar sagen: Ich spiele nicht mit Rechten. Es kann nicht von mir verlangt werden, mich am Spieltisch sicher und wohlzufühlen, wenn man dort mit Menschen in Beziehung tritt, die ihre (Wahl-)Stimme andernorts für die Abschaffung demokratischer Rechte einsetzen. Manche von euch plädieren nun vielleicht für ihre Neutralität, gerade wenn man sich selbst nicht ausgeschlossen fühlt. Neutralität ist genauso ein Statement – nur eben oft eines, das Marginalisierung stillschweigend hinnimmt. Wer sich weigert, Position zu beziehen, überlässt die Deutungshoheit jenen, die laut sind – nicht unbedingt denen, die wir schützen sollten.</p>
<h3>Sicherheit am Tisch</h3>
<p>Kurz nach dem oben erwähnten Gespräch per Instagram hat die Person, die diese Aussagen schrieb, ihre Verantwortung in dem Spieleverein abgegeben, und eine andere Person hat den Account übernommen. Diese Person steht in Austausch mit mir, um das Geschriebene aufzuarbeiten. Auch daraus möchte ich zitieren:<em> „Es wird auf jeden Fall dazu führen, dass wir uns die Leute genauer anschauen, die zu uns zum Spielen kommen – und vor allem unseren Verein nach außen repräsentieren“. </em></p>
<p>Was ist nun mein Fazit aus dieser Erfahrung? Ich würde mir wünschen, dass wir einander Sicherheit am Tisch versprechen. Sicherheit, dass wir aufeinander Acht geben, dass wir füreinander einstehen und dass der Spieltisch ein Ort ist, an dem sich niemand verstecken muss. Das geht nur, wenn wir auch darüber sprechen, was abseits des Tisches passiert. Nicht, um zu spalten, sondern um zu verbinden. Spielen ist eben mehr als Zeitvertreib. Spielen ist Spaß. Spielen ist Beziehungsgestaltung. Spielen ist politisch.</p>
<p style="text-align: right;"><em>– Alexandra Kemmerer, <a href="http://www.brettspielhamster.de" target="_blank" rel="noopener">www.brettspielhamster.de</a></em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-das-gegenteil-von-gut-ist-gut-gemeint/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Mar 2025 06:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://beeple.de/?p=22388</guid>

					<description><![CDATA[Manchmal fragt man sich: WARUM?! Brettspiel-Redesigns sind irgendwie wie neue Rezepturen von Lieblingssnacks: Manchmal wird’s besser, manchmal fragt man sich, ob jemand im Marketing zu oft gegen eine Tür gelaufen ist. Aktuelles Beispiel: „Die Quacksalber von Quedlinburg“. Das Kennerspiel bekommt ein optisches Facelift. Schick? Vielleicht. Aber wehe, der geliebte Mittelalter-Trödelmarkt-Charme wird gegen generische Fantasy-Illustrationen mit&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19772" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-19772" class="wp-image-19772 size-thumbnail" src="https://beeple.de/wp-content/uploads/2023/08/Dirk_Huesmann-150x150.jpeg" alt="Dirk Huesmann" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2023/08/Dirk_Huesmann-150x150.jpeg 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2023/08/Dirk_Huesmann-300x300.jpeg 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2023/08/Dirk_Huesmann.jpeg 707w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-19772" class="wp-caption-text">Dirk Huesmann</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Manchmal fragt man sich: WARUM?! Brettspiel-Redesigns sind irgendwie wie neue Rezepturen von Lieblingssnacks: Manchmal wird’s besser, manchmal fragt man sich, ob jemand im Marketing zu oft gegen eine Tür gelaufen ist. Aktuelles Beispiel: „Die Quacksalber von Quedlinburg“. Das Kennerspiel bekommt ein optisches Facelift. Schick? Vielleicht. Aber wehe, der geliebte Mittelalter-Trödelmarkt-Charme wird gegen generische Fantasy-Illustrationen mit KI-Anmutung und App-Look ausgetauscht – dann kann es schon einen kleinen Shitstorm in der Brettspiel-Community geben.  </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Natürlich gibt es gute Gründe für ein Redesign. Ein Spiel, das aussieht, als sei es in den 90ern bei „Windows Paint“ entstanden, verkauft sich heute eben einfach schwer. Designtrends ändern sich und der Geschmack der Generationen auch. Ein neues und modernes Layout kann ein Spiel lesbarer, verständlicher und vor allem attraktiver für neue Zielgruppen machen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Brettspielmarkt ist in den letzten Jahren explosionsartig gewachsen – mit Tausenden neuen Veröffentlichungen pro Jahr. In (nahezu) gesättigten Märkten sind starke Markenauftritte und ein ansprechendes Design essentiell, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Ein Spiel, das optisch nicht auffällt, hat es schwer, im Regal wahrgenommen zu werden, selbst wenn die Spielmechanik brillant ist.</span></p>
<h4><span style="font-weight: 400;">Frischzellenkur oder Identitätsverlust?</span></h4>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein Redesign kann so auch ganz neue Käuferschichten erschließen. Zum Beispiel indem es von einem „Hobby-Design“ zu einem massentauglichen Look wechselt. Visuelle Ästhetik kann ein entscheidender Faktor für Kaufentscheidungen sein – gerade bei Casual-Kunden, die nicht tief in der Szene verwurzelt sind. Da muss das Spiel vor allem auch visuell auf den ersten Blick überzeugen. </span><span style="font-weight: 400;">Ein neues Design kann demnach eine Frischzellenkur sein, aber eben auch einen Identitätsverlust riskieren. Brettspiele sind vor allem auch Atmosphäre und Emotion. Wer ein erfolgreiches Spiel neu gestaltet, muss dabei viel Fingerspitzengefühl beweisen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wir Brettspiel-Enthusiasten neigen dazu, uns in unserer Bubble einzurichten und jede Veränderung als Angriff auf unser Hobby zu sehen. Aber wenn man mal rauszoomt, merkt man: Es gibt eine riesige Zielgruppe, die wir oft gar nicht auf dem Schirm haben. Menschen, die nur gelegentlich spielen. Familien. Jüngere Generationen mit anderen ästhetischen Vorlieben. Sie alle entscheiden viel stärker nach Optik als nach mechanischer Raffinesse. Und ihnen ist es egal, wie das Spiel früher mal ausgesehen hat und ob eine kleine Gemeinde an Spielbegeisterten den alten Charme nach wie vor liebt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ja, wir lieben den rustikalen Charme der <em>Quacksalber von Quedlinburg.</em> Aber wenn ein neuer Look dazu führt, dass mehr Leute das Spiel entdecken, mehr Kopien verkauft werden und das Spiel länger am Markt bleibt – dann ist das keine Verfälschung, sondern eine sinnvolle Evolution. Denn am Ende stehen auch hinter den Spielen trotz allem handfeste wirtschaftliche Interessen.  </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bleibt zu hoffen, dass bei </span><i><span style="font-weight: 400;">Die Quacksalber von Quedlinburg</span></i><span style="font-weight: 400;"> das richtige Maß gefunden wird. Sonst sitzen wir bald alle da, schütteln die Köpfe und sagen: „Früher war alles besser“ – während wir weiter mit unseren abgewetzten Originalausgaben spielen und die Preise für diese am Zweitmarkt steigen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">PS: Übrigens, ich werde meine alte Version behalten. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span></p>
<p style="text-align: right;"><em>– Dirk Huesmann, <a href="https://www.wuerfelmagier.de" target="_blank" rel="noopener">www.wuerfelmagier.de</a></em></p>
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		<title>LETZTENS … die Beeple-Kolumne: Bloß keine Partyspiele!</title>
		<link>https://www.beeple.de/letztens-die-beeple-kolumne-bloss-keine-partyspiele/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Niemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 07:13:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beeple Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber irgendwie habe ich ein Problem damit, mich zum Affen zu machen. Das mag daran liegen, dass ich eher der introvertierte Typ bin. Worauf das zurückzuführen ist? Höchstwahrscheinlich aus dem Aspekt der kindlichen Prägung. Denn schon damals galt ich als der mit den seltsamen Hobbys. Als Kind mochte&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_16564" style="width: 160px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-16564" class="wp-image-16564 size-thumbnail" src="https://beeple.de/wp-content/uploads/2021/06/Christian-Renkel-quadratisch-2-150x150.png" alt="Christian Renkel" width="150" height="150" srcset="https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2021/06/Christian-Renkel-quadratisch-2-150x150.png 150w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2021/06/Christian-Renkel-quadratisch-2-300x300.png 300w, https://www.beeple.de/wp-content/uploads/2021/06/Christian-Renkel-quadratisch-2.png 400w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p id="caption-attachment-16564" class="wp-caption-text">Christian Renkel</p></div>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber irgendwie habe ich ein Problem damit, mich zum Affen zu machen. Das mag daran liegen, dass ich eher der introvertierte Typ bin. Worauf das zurückzuführen ist? Höchstwahrscheinlich aus dem Aspekt der kindlichen Prägung. Denn schon damals galt ich als der mit den seltsamen Hobbys. Als Kind mochte ich kein Fußball, als Heranwachsender konnte ich mit Viva nichts anfangen und als Jugendlicher keinen Alkohol in mich reinkippen. Das sorgte erst einmal für eines: dass man, wenn man doch mal über sich selbst erzählte, ausgelacht wurde.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ob das die (natürlich verkürzte) Ursache war, mögen Psychologen beurteilen. Ich für mich selbst weiß einfach, dass ich ein Problem habe, vor Gruppen aus mich herauszugehen. Also zum Beispiel herumzuhampeln, um Bauchtanz, Sackhüpfen oder eine Schneeballschlacht darzustellen. Natürlich ist das irgendwo ein persönliches Problem von mir, das ich vielleicht mal angehen sollte, aber ich bin mir sicher, ich bin nicht allein.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Daraus und aus diversen Spieleerfahrungen heraus, hat sich bei mir ein Grundsatz eingeprägt. Alles, aber bloß keine Partyspiele! Wie konnte man denn überhaupt damit Spaß haben, wenn alle um einen herumstehen und auslachen. Dabei habe ich fröhlich alle Spiele, die auch nur im Entferntesten in die Richtung gehen, in eine Sack geworfen, diesen fest verschlossen und im Meer der unterdrückten Emotionen ertränkt. Aber mein Gott, wie falsch konnte ich damit nur liegen?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich spule wieder ein wenig zurück. Wir sind letztes Jahr in das Dorf meiner Jugend zurückgezogen. Dort ging ich in die Bibliothek, um nachzufragen, ob sie denn Interesse an Brettspiel-Spenden hätten. Dass ich dabei nicht nur wieder Ordnung in meine Sammlung bekommen würde, hätte ich nicht gedacht. Denn die Chefin hat mich direkt vom Fleck weg verhaftet und mir klargemacht, dass ich doch bitte Brettspieltreffen ausrichten soll.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und so ist es dann auch geschehen. Wir haben einen regelmäßigen Brettspieltreff in Wildpoldsried eingerichtet. Zuerst wusste ich noch nicht so recht, wie ich vorgehen soll. Schließlich bin ich ein ernstzunehmender Brettspieler, der seine Passion über die Jahre hinweg optimiert und geschärft hat. Einer derjenigen, der sich in Mangel-Euros so richtig wohlfühlt und stets der nächsten Herausforderung hinterherhechelt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dann kamen die Brettspielnachmittage. Und was soll ich sagen? Ich hatte richtig Spaß mit Spielen wie <em>Kartoffelkönig, Miezekatze, Krasse Kacke</em> und Co. Also nicht unbedingt Partyspiele an sich, aber Spiele, bei denen man sich so richtig lächerlich machen kann. Ist mir das peinlich? Mitnichten! Denn warum sollte Freude peinlich sein? Und diese brach nicht nur bei mir, sondern auch allen Mitspielenden aus. Und daran ist überhaupt nichts verkehrt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es brauchte diesen Treff, um meinen elitären Blick ins Wanken zu bringen. Den Schritt aus meiner Bubble, der erstaunlicherweise äußerst erfrischend war. Zwar bin ich immer noch weit davon entfernt, vor einer Gruppe der Pantomime oder dem Gesang zu frönen, aber wer weiß, was noch so kommen mag?</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und vielleicht sollten wir alle immer ein wenig offener sein. Klar kennt man sich und seinen Geschmack, aber deswegen kann man doch einfach auch mal akzeptieren, dass andere nicht schlechter sind, weil sie ihn nicht teilen. Niemand muss Menschen, die Spaß an Partyspielen, <em>Monopoly, Mensch ärgere dich nicht</em> und anderen haben davon überzeugen, dass sie falsch liegen. Denn solange sie etwas mit Freude machen, machen sie es richtig.</span></p>
<p style="text-align: right;"><em>– Christian Renkel, <a href="http://www.spielstil.de" target="_blank" rel="noopener">www.spielstil.de</a></em></p>
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